Der Sila Nationalpark – Italien kann mehr als nur Meer

Es ist schon ein absoluter Luxus, jeden Morgen vom sanften Plätschern des Meeres geweckt zu werden. Wenn wir uns im Internet Bilder von unseren Stellplätzen ansehen, so sind diese immer vollkommen überfüllt mit Badegästen und ein Sonnenschirm steht hier am nächsten. Zu dieser Jahreszeit aber ist hier kein Mensch und die schönsten Traumstrände gehören uns allein.

Kiefernwald im Sila Nationalpark.

Dennoch war es mal wieder Zeit für ein bisschen Wald und Berge und so sind wir rauf in den Sila Nationalpark gefahren. Dieser liegt auf einem Hochplateau, etwa 1400 m über dem Meeresspiegel, im Herzen Kalabriens. Unserem Knausi verlangte die Tour einiges ab (das nächste Wohnmobil hat Allradantrieb!), aber letztlich hat er es doch geschafft. Unser Ziel war das Besucherzentrum Cupone, wo wir auf einem großen Parkplatz, direkt am Lago de Cecita, einen schönen Platz fanden.

Kiefernwälder und Wölfe

Am nächsten Morgen sind wir früh zu einer Wanderung aufgebrochen. Durch einen Kiefern- und Buchenwald ging es erstmal sehr lange bergauf und weiter oben lag tatsächlich auch noch eine ganze Menge Schnee. Der Sila Nationalpark ist einer der wenigen Orte Kalabriens, wo es noch frei lebende Wölfe gibt. Zwei konnten wir tatsächlich von ganz nah sehen, allerdings in einem Gehege. In freier Wildbahn haben wir aber ein Reh überrascht, das und gegen den Wind wohl nicht gewittert hatte.

Hier oben lag tatsächlich noch Schnee.

Nach ein paar Stunden änderte sich schlagartig das Wetter, es zog sich zu und die Temperaturen fielen rapide ab. Wir haben uns beeilt wieder zurück zu unserem Wohnmobil zu kommen und erreichten leicht durchgefroren das schützende Dach, gleichzeitig mit dem Regen. Ein Blick auf die Wetter-App verriet uns, dass sich eine Kältefront über uns zusammengezogen hatte und die Temperaturen noch weiter fallen sollten – in der Nacht sogar bis in den Minusbereich. Wir haben also zugesehen, dass wir fix aus den Bergen wieder runterkamen, bevor es so richtig unangenehm wurde.

Winterwetter bei der Fahrt nach unten

Die Fahrt runter wurde erschwert durch Regen, Sturm, Graupel und eine dicke Nebelsuppe. Rechts und links der Straße lag noch viel Schnee und jetzt war uns auch klar, wieso man hier aufgefordert wird, bis Mitte April noch Schneeketten dabei zu haben. Wir kamen durch verlassene Orte, die offenbar nur zur Skisaison bewohnt sind. Maccone, ein gar nicht mal so kleiner Ort, wirkte wie eine Geisterstadt: Alle Türen und Fensterläden waren verriegelt, kein Mensch auf der Straße und an einem Haus hiengen noch die Überreste der Weihnachtsbeleuchtung und gaben letzte Zuckungen von sich. Fast schon unheimlich.

Zum Lago Cecita kamen auch einige Sonntagsausflügler.

Nach knapp zwei Stunden hatten wir wieder die Küste erreicht, wo uns aber ein ähnliches Bild wie in den Bergen empfing. Auch hier waren die Orte wie ausgestorben, allerdings weil sie auf die Sommergäste warteten. Der Küstenabschnitt bei Falerna Marina an dem wir gelandet sind, sah nicht nur ziemlich verlassen aus, sondern auch ganz schön heruntergekommen. Hier braucht es sicher mehr als Sonne und einen Eimer Farbe, um das für die Sommerurlauber wieder attraktiv zu machen. Insgesamt ein ziemlich trauriger Anblick, weshalb wir auch nur eine Nacht hiergeblieben sind.

 

Sila Nationalpark – Cupone

Anschrift: 87058 Cosenza, Italien

GPS-Koordinaten: 39.377448, 16.539357

Google Maps: https://goo.gl/maps/ncAbMm7B4yq

Anfahrt und Parken: Cupone ist eins der zahlreichen Besucherzentren im Sila Nationalpark. Weitere Anreisemöglichkeiten gibt es hier. Der große Besucherparkplatz grenzt an einen See und bietet ausreichend Bäume für Schattenparkplätze. Durch herabfließendes Quell- oder Schmelzwasser war der Parkplatz leider recht matschig und ein Auto hat sich in der Dämmerung hier festgefahren. Es gibt Toiletten, dei allerdings in der Nebensaison abgeschlossen sind. Auf der anderen Straßenseite – von wo die gut beschilderten Wanderwege anfangen – befindet sich ein kleines Imbiss- und Informationshäuschen, außerdem ein Museum und Lehrpfade über Pflanzen und Steine. Weitere Infos über den Park gibt es hier.

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Am wohlsten fühle ich mich draußen, beim Wandern und am Lagerfeuer. Mein Geld verdiene ich als freie Lektorin und Redakteurin und neuerdings mache ich das von den schönsten Plätzen Europas aus.

2 Kommentare bei „Der Sila Nationalpark – Italien kann mehr als nur Meer“

  1. Huhu…

    Wir sind gerade auf 6 Wöchige Elternzeit Reise und kommen in den nächsten Tagen in Kalabrien an.

    Könnt ihr Sila empfehlen? Ist das jetzt schon machbar? Wir Reisen mit 2,5 Jahre altem Sohn (Wanderkraxe vorhanden) und mit 1,5 Monate alte Tochter ebenfalls mit Wandergeschirr ausgerüstet.

    Über eure Hilfe würden wir uns freuen.

    Übrigens:

    Coole Berichte die neidisch machen. Das ist Freiheit!!!😀

    Gruß Marcel

    1. Hallo Marcel,

      lieben Dank! Freut uns, dass Dir unsere Artikel gefallen und womöglich sogar weiterhelfen können.
      Den Sila Nationalpark fanden wir sehr schön und gerade auch für Kinder toll gemacht, mit Wildgehegen, in denen man Rehe und sogar Wölfe sehen kann, Lehrpfade für Pflanzen und Steine, ein Naturkundemuseum usw. Es gibt auch zahlreiche unterschiedliche Wanderwege, in verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden. Wir sind zwar nicht so richtig schlau aus dem Wege-System und den Karten geworden, aber grundsätzlich ist alles gut ausgeschildert.
      Im Moment spielt ja nur leider das Wetter nicht so recht mit und ist sehr unberechenbar. Vor allem da oben kann man halt nochmal von Frost überrascht werden. Und da die Saison noch nicht so richtig angefangen hat, haben noch viele Sachen, wie Restaurants, öffentliche Toiletten usw. geschlossen. Aber von den Wegen und der Infrastruktur insgesamt ist es gar kein Problem, da mit kleinen Kindern wandern zu gehen. Jedenfalls da wo wir waren – der Park ist ja riesig!
      Wir wünschen Euch jedenfalls ganz viel Spaß beim Wandern und überhaupt eine großartige Zeit mit Euren Zwergen bei dem großen Abenteuer!
      Liebe Grüße,
      Ramona & Uli

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